30. Dezember 2007

Fort bis zum 6. Januar

Grüße allerseits,

Es wird Zeit mich für den Neujahrswechsel zu verzischen, um in lieber Gesellschaft das Ende des verbrauchten und ausgebrannten 2007 zu feiern. Wie könnte man das besser mit einer Woche intensivster Zockerei und Party. Also mache ich mich mit einem Bündel brandneuer Clansblut-Abenteuer auf den Weg (keine Sorge, ich werde die mit Sicherheit in HH mal wiederholen) und komme erst nächstes Jahr wieder zurück. :)
Ich wünsche Euch allen einen exzellenten Rutsch in das neue Jahr und großartige Parties, wo immer ihr auch seid, was auch immer ihr vorhabt. Wir sehen uns.

17. Dezember 2007

Law’s Game Style Quiz

Law’s Game Style
created with QuizFarm.com
You scored as Storyteller

You’re more inclined toward the role playing side of the equation and less interested in numbers or experience points. You’re quick to compromise if you can help move the story forward, and get bored when the game slows down for a long planning session. You want to play out a story that moves like it’s orchestrated by a skilled novelist or film director.

Storyteller

75%

Method Actor

75%

Specialist

75%

Butt-Kicker

58%

Power Gamer

58%

Tactician

33%

Casual Gamer

0%

06. Dezember 2007

Der Goldene Kompass - Abenteuer im Zeitraffer

War gestern im Goldenen Kompass und muss sagen, dass ich nicht viel zu dem Film sagen kann - weniger weil ich mir uneins bin, sondern mehr, weil der Film einfach viel zu schnell ging. Er war verhältnismäßig kurz - ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber mehr als 85 Minuten können es nicht gewesen sein.

Für diese Kürze sind allerdings eine Menge Dinge passiert. Da liegt auch das Problem des Films: Es sind zu viele Dinge in zu kurzer Zeit passiert. Der Film beginnt - Wir haben gerade begriffen was es mit den Daemons auf sich hat und wer die Hauptfigur ist. Zack! Dramatische Eröffnung - die Hauptfigur ist Teil einer großen Prophezeiung. Bevor wir das allerdings richtig verdauen können, prasselt eine Flut an (durchaus beeindruckenden) fantastischen Bildern, neuen Eindrücken und neuen Charakteren auf uns ein. Zack! Neuer dramatischer Plotpoint: Vermeintliche Verbündete entpuppen sich als Feinde und ehe man sich versieht, lernt die Hauptfigur einen König kennen und bringt - Zack! - einen Exilanten dazu, dem Alkohol abzuschwören und seinen rechtmäßigen Titel einzufordern. Nicht schlecht für die kurze Zeit. Aber es kommt noch mehr, viel, viel mehr - die “besonderen” Ereignisse überschlagen sich, als ob ein gewaltiger Zeitdruck herrschen würde und man möglichst viel Information in die kurze Laufzeit hineinquetschen wollte.
Durch dieses hastige Tempo verlieren die “besonderen” Momente der Hauptfigur rasch an Glanz und Bedeutung, da sie in den nächsten paar Minuten sofort von etwas noch dramatischerem überholt werden. Ab der Hälfte des Films nimmt man die ganzen dramatischen Eröffnungen nur noch gelassen zur Kenntnis, da sie bereits zur Norm werden. Davon ab hat man bei dem Tempo kaum Gelegenheit, so etwas wie eine richtige emotionale Bindung zu den zahlreichen Figuren aufzubauen.

Das Material der Geschichte, die ich eigentlich für ziemlich originell halte, hätte bequem zwei Filme von dieser Länge füllen können - und sollen. Casting, Set und allgemeine Ausführung wirkten vorbildlich und wären gar kein Grund zur Kritik. Eine großartige Fantasy-Geschichte mit spannenden Charakteren in einer kreativen Welt. Allerdings war der Film wie eine epische Fantasy-Saga, die man aus Gründen der Ungeduld mit gedrückter Vorspultaste geschaut hat. Es wurde praktisch keinen Moment in einer Szene verweilt, um die Tragweite der Geschehnisse erfassen zu können. Von einem Höhepunkt zum nächsten - und nicht auf die ekstatische Weise, sondern auf die gehetzte. Epos zwischen Tür und Angel.

Als Krönung offenbarte sich der Film am Ende auch noch als erster Teil einer offensichtlich mehrteiligen Erzählung. Ich habe allerdings ernste Zweifel, ob ich noch so ein Dauerfeuer aus dramatischen Enthüllungen überstehe und sehe dem, vermutlich folgenden, zweiten Teil nur bedingt vorfreudig entgegen. Schade, mit etwas mehr erzählerischer Gelassenheit hätte das ein exzellenter Film werden können - so leider nur Mittelmaß. In der Kategorie “Speed-Epos” gewinnt der Goldene Kompass allerdings vermutlich den ersten Preis.

Oh, und der Soundtrack ist leider auch nur Mittelmaß - für den total nervigen Titelsong von Kate Bush gehört die Gute endgültig in den Ruhestand geschickt und eingeliefert. Der war an Dämlichkeit kaum zu überbieten.

05. Dezember 2007

Nachruf für Undying

Patrick Galloway und Jeremiah CovenantNach rund 6 Jahren ist es mir endlich gelungen, mal Clive Barker’s Undying zu Ende zu spielen. Ein Spiel, das von Gamespot zum “Best game that no one played” gewählt wurde. Schwer zu sagen, woran es lag, dass Undying so gefloppt ist. Das Spiel hat völlig zu Recht enthusiastische Kritiken erhalten und gilt nach wie vor als Geheimtipp.
Dennoch waren die Verkaufszahlen erbärmlich. So erbärmlich, dass sich EA dagegen entschieden hatten, den angekündigten Multiplayer-Patch nachzuliefern oder den angedachten zweiten Teil in Angriff zu nehmen. Sehr schade.
Vielleicht war es einfach die falsche Zeit für so ein Spiel - oder Grusel ist einfach kein sehr populäres Genre. Vielleicht genügt es auch einfach nicht, “eine gute Story zu haben”. Fakt ist, dass Undying nicht sehr originell klingt, wenn man nur darüber schreibt oder davon redet. Es ist wie ein gutes Buch, dessen Wert man erst erkennt, wenn man es tatsächlich mal aufschlägt und liest.

Diesem Haus glaubt man sofort, dass es spuktAls Clive Barker zur Entwicklung des Spiels herangezogen wurde, war es bereits ein laufendes Projekt, zu dem er nur etwas Unterstützung bei der Rahmenhandlung liefern sollte. Wie einige Änderungen auf Clive Barkers Website dokumentieren, war es eine sehr gute Entscheidung, ihm quasi die Zügel für die Story in die Hand zu geben.
Storytechnisch flirtet Undying mit dem Cthulhu-Mythos und anderen klassischen Grusel-Elementen. Natürlich spielt es auch um 1920 herum. Für ein Spiel, das technisch gesehen ein Ego-Shooter ist, ist die Handlung allererste Sahne. Und an der Präsentation ist beim besten Willen nichts auszusetzen. Die alte Unreal-Engine wurde bis zum geht nicht mehr ausgereizt und das Spiel sieht auch nach heutigen Maßstäben noch ziemlich gut aus. Ach, was rede ich - es sieht großartig aus.

Das Covenant-AnwesenDie Geschichte beginnt in einem alten Herrenhaus - es ist Nacht und (natürlich) bricht ein Gewitter von epischen Proportionen über das Anwesen herab. Es ist die perfekte Nacht zur Geisterjagd. Alleine das Anwesen der Covenants, um das sich das Gros der Handlung dreht, ist atmosphärisch perfekt und beschwört makellosen, wohligen Grusel herauf. Von da aus geht es zu unheimlichen Mausoleen, Klosterruinen und fremdartigen Dimensionen, aus denen unheilige Schrecken in diese Welt kommen.

Es gibt ein vorbildliches Inventar mit Tagebucheinträgen und Missionszielen, dass vom Screendesign her perfekt in die gesamte Atmosphäre passt. Ein wenig störend sind die quietschbunten Info-Anzeigen im unteren Bildschirmrand, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Der Protagonist hat mit eines der kreativsten Arsenale, die ich bisher je in einem Shooter gesehen habe, und peppt diese Auswahl an kuriosen Waffen noch durch eine Handvoll Scrye und Skullstorm als aktive Zaubernützlicher Zauber auf. Was mir persönlich wirklich gefallen hat, war, dass diese Zauber nicht nur eine Sammlung weiterer Vernichtungswerkzeuge darstellen, sondern auch Tricks enthalten, mit denen man Verborgenes oder Echos der Vergangenheit zu sehen vermag, magische Täuschungen aufheben oder sich selbst gewaltig beschleunigen kann. Gerade der Hellsicht-Zauber “Scrye” ist zwangsläufig einer der am meisten verwendeten Zauber im Spiel, da es alle Naselang etwas verborgenes oder geisterhaftes zu sehen gibt.

OneirosEin Spiel, dass einen wie in einen spannenden Gruselfilm aufsaugt und auf eine schaurig-schöne Reise mitnimmt. Vorbildliches Leveldesign, ein interessanter Mix aus Action, Story und Rätseln, Dialog mit dem Leuchtturmwärterstimmungsvolle Musik sowie durchaus hochqualitative Dialoge (mit geilen irischen Akzenten). Mir fallen nicht viele aktuelle Spiele ein, die so viele “Wow!”-Kriterien erfüllen. Dennoch ist es kommerziell gefloppt. Total seltsam und sehr, sehr schade.

Wer die Chance hat, dieses Kleinod noch mal zu zocken, sollte sich auf keinem Fall vom Alter des Spiels abschrecken lassen. Undying ist eine echte Perle im Schlamm der Mittelmäßigkeit.

02. Dezember 2007

Eine Nacht im Ödland von Shaul

Das Ödland von ShaulDezember, Zeit für die Nacht, den Rollenspielcon auf der dunklen Seite. Nach einem Jahr Unterbrechung bin ich wieder mit dem Ödland von Shaul angetreten, meinem Fantasy-Setting von der anderen Seite des Zauns. Der Hintergrund ist der Inselkontinent Eldlur, der in der großen Schlacht zwischen Licht und Dunkel vom Gott des Lichts in der Mitte geteilt und die Diener des bösen Dämonengottes auf ihrer Seite ausgesperrt wurden, bevor ganz Eldlur unter der Macht des Schattens erdrückt wird. Die Barriere inmitten der Insel sichert für das Land Shaundu Wohlstand und Frieden und während seine Bewohner sich an den grünen Wäldern und fruchtbaren Feldern erfreuen, herrschen in Shaul Mordor-artige Zustände. Natürlich kommen die Spielercharaktere aus Shaul.

Es ist ein klassisches Fantasy-Setting, in dem die Klischees von der anderen Seite beleuchtet werden. Selbstgerechte Paladine, unerträglich arrogante Priester des Lichts, Elfenbogenschützen und anderes typisches Abenteurergesindel gehört hier zu den Gegenspielern. Die Spieler sind klassische Fantasy-Ikonen wie Finstere Streiter, Dunkelelfen, Orks und dämonische Todespriester, die sonst normalerweise nicht in Spielerhände gehen. Ich habe mich immer gefragt, warum, und mir ein eigenes Setting gewünscht, in dem man mal das Leben auf der dunklen Seite nachvollziehen kann. Also habe ich mir selbst eins gebastelt. Eldlur spielt auf der Welt Iloris, auf der auch mein Slumberveil-Setting angesiedelt ist. Das war das zweite Mal, dass ich mit diesem Setting auf der Nacht war und es hat immens viel Spaß gemacht. An dieser Stelle noch mal ein ganz herzliches “Dankeschön” an meine Spieler - ihr wart super. :) Ich habe mich zwischendurch selbst vor Großmutter gegruselt.

Eine gute Entscheidung war auch, diesmal das Clansblut-System anstelle von D&D zu verwenden. Es ist cineastischer und ermutigt dazu, coole oder gewagte Dinge zu tun. Davon ab ist es simpel genug, dass man auch in den frühen Morgenstunden bei nachlassender Konzentration damit umgehen kann.

Ich werde das Ödland von Shaul mal in Download-fähiger Form festhalten und mit ziemlicher Sicherheit öfter auf Cons damit aufschlagen. Wie versprochen findet Ihr hier auch die Karte von Shaul, die ich Vollschlumpf natürlich vergessen habe, mitzunehmen. *seufz*

Rita, vielen Dank für die Mühe - die Karte wird noch oft Verwendung finden. Ich habe durch die Nacht haufenweise neue Abenteuerideen für das Ödland von Shaul bekommen. ;) Ich fand es jedenfalls sehr entspannend, mal wieder für ein fantastisches Setting kreativ zu sein, das nichts mit Clansblut zu schaffen hat. Man dreht sich sonst im Kreis und kommt nicht auf neue Ideen. Wer weiß, vielleicht breche ich mit der Tradition und bringe zur nächsten Nacht nicht wieder Clansblut, sondern noch einmal das Ödland von Shaul mit. Ideen habe ich noch genug.