27. August 2010

Dark Sun: Rückkehr nach Athas


Seit ein paar Wochen bin ich nun also glücklicher Besitzer des Dark-Sun-Kampagnensettings für die 4. Edition des weltweit populärsten PnP-Rollenspiels. Ich habe im April ja schon meine Vorfreude auf die Wiedergeburt dieses Settings geäußert und kann jetzt tatsächlich konkret ein paar Worte zu der Umsetzung in der neuen Edition verlieren.

Dark Sun mit Cover-Artwork von Wayne ReynoldsDie größte Sorge, die ich tatsächlich ursprünglich hatte, war die, dass das Artwork von Gerald Brom keinen würdigen Ersatz finden würde. Und Dark Sun hat definitiv davon gelebt. Ich bin durchaus ein Freund des Illustrationsstils von Wayne Reynolds, der ja eine Menge Material für die vierte Edition und vorangehend das Eberron-Kampagnensetting gemacht hat, und das Cover ist schon irgendwie schick. Aber die exotische Merkwürdigkeit des alten Covers erreicht es nicht. Keiner der vertretenen Künstler, so gut sie auch sind, ist ein Gerald Brom (was auch zu viel verlangt wäre). Der wilde, seltsam fremde, Look, den das Original-Setting hatte, überträgt sich damit nicht wirklich in das Setting für die vierte Edition. Insgesamt wurde das hohe Niveau der 4E-Illustrationen aber beibehalten.

Ein weiteres Problem ist, dass Wizards of the Coast dieses Mal Kampagnenmaterial (für den Spielleiter) und Player’s Guide (für die Spieler) nicht getrennt haben. Das Campaign Setting enthält sowohl die SL- als auch die Spieler-relevanten Inhalte, was zu gewissen Problemen führt. Einerseits ergibt es total Sinn, dass sich die Spieler die neuen Charakteroptionen und allgemeinen Hintergrund angucken, andererseits möchte man als SL nicht, dass sie schon im Vorfeld lesen können, was die Schwächen der Bösewichte sind und wer wo wie in den Stadtstaaten intrigiert und wer die geheimen Kontakte sind. Aus rein finanzieller Sicht begrüße ich die Zusammenfassung, aber praktischer waren die getrennten Bücher, wie sie in Eberron und den Forgotten Realms mit der vierten Edition eingeführt wurden.

Diese Wermutstropfen verdunsten allerdings schnell, wenn man sich anguckt, was man denn für sein Geld bekommen hat. Also erstmal enhtält das Kampagnensetting eine echt hübsche, ausfaltbare, Karte von Athas (zumindest dem Teil, der für das Setting relevant ist). Optisch ist die Karte an die alte Version aus der zweiten Edition angelehnt, was ein schöner Touch ist. Die Skala wurde allerdings vergrößert und die Größe der Wüste ist nun wirklich erdrückend. Auf der Rückseite dieser Karte ist eine wundervoll detaillierte Stadtansicht von Tyr, der freien Stadt, die in so ziemlich Jeder Dark-Sun-Kampagne das Herz des Geschehens sein wird.

Was den Illus vielleicht ein bisschen fehlt, greift der Inhalt locker wieder auf. Das Setting erwacht mit allem drum und dran zum Leben und wirkt, als ob es schon immer für die vierte Edition gedacht gewesen wäre. Charakterthemen erlauben einem, die eigene Figur noch mehr an die Spielwelt anzupassen, detaillierte Vorstellungen der Regionen geben einen guten Eindruck von der Welt und liefern Material für Abenteuer und Charakterhintergründe. Dark Sun präsentiert außerdem ein paar interessante Optionen, wie mit Waffen aus zerbrechlicheren Materialien (Metall ist sehr selten auf Athas), der oppressiven Hitze und dem Überleben in der Wüste umgegangen werden kann.

Mir gefällt auch, wie sie das “arkane Schänden” regeltechnisch eingebracht haben, das jeden Magieanwender in der Gruppe betrifft. Arkane Magie ist schuld am desolaten Zustand der Welt und für Magierspieler besteht immer die Versuchung, nicht doch noch ein wenig Lebenskraft aus dem Boden zu pressen, um einen wirklich mächtigen Zauber wirken zu können. Durch “Arcane Defiling”, einer at-will power die alle arkanen Charaktere kriegen, kann man den Wurf einer arkanen daily power noch einmal wiederholen, wenn einem das Ergebnis nicht gefällt. Dabei stirbt aber ein Teil der Welt und die Verbündeten verlieren Heilschübe. Garstig, aber man wird als SL dazu angehalten, den Spieler immer wieder daran zu erinnern, das diese Option besteht. Das erinnert ein bisschen an Star Wars und die Versuchung der “dunklen Seite”, was vermutlich auch nicht ganz unbeabsichtigt ist.
Mul und Thri-Kreen, die ikonischen “Sonderrassen” von Dark Sun, sind auch zufriedenstellend umgesetzt und ich kann es kaum erwarten, sie in Aktion zu sehen.

Egal ob man in das Setting neu einsteigt oder als Veteran zurückkehrt – das Setting enthält alles, was man für eine ausgedehnte Dark-Sun-Kampagne braucht. Ich, jedenfalls, bereue die Anschaffung nicht und kann auch als altgedienter Fan sagen, dass dies ein würdiger Nachfolger der alten Version ist.

26. August 2010

Droid Assault: Angriff der militanten Toaster

DroidAssaultIch habe eine Menge Zeit in meiner Jugend durch zahlreiche Sidescroller und Arcade Shooter verloren. Ich dachte, ich wäre darüber hinaus, zumal ich persönlich auch kein so großer Verfechter der Retro-Welle bin. Droid Assault von Puppy Games hat mich allerdings wieder zurück in die glorreiche Zeit der Arcade Shooter geführt und ich habe jede Sekunde davon genossen. Das Spiel ist ein feiner, kleiner, 2D-Shooter, der einen modernen Look trägt, aber gleichzeitig sehr klassisches Retro-Gaming ist. Außerdem, und das sollte man erwähnen, ist es ziemlich suchtgefährdend.

Droid Assault ScreenMan kontrolliert eine Truppe von putzigen Pixelrobotern, die man durch das Übernehmen von Gegnern stetig vergrößern kann. Bots die viele Level überleben, werden recht gut, da sie die Upgrades, die man im Spiel aufsammeln kann, von Level zu Level behalten. Die Bedienung ist denkbar einfach: Das klassische W/A/S/D zum umherwandern und die Maus zum zielen und feuern. Das Scrollrad kann verwendet werden, um zwischen den eigenen Bots zu wechseln. Mit der rechten Taste (oder der Leertaste) kann man letztendlich Transferpunkte einsetzen, um einen gegnerischen Bot der eigenen Armee hinzuzufügen. Transferpunkte erhält man für alle 1000 Punkte, die man durch Abschüsse oder einige Powerups macht. Alle 10 Level tritt man gegen den obligatorischen Bossgegner an, der aus den kleinen Blechkriegern schnell Altmetall machen kann.

Das Spiel bringt klassisches Pixelballern der 90er wieder zurück und hat eine Menge lustig animierter Roboter mit verschiedenen Waffensystemen und unterschiedlichem taktischen Nutzen. Wenn man die Modelle erstmal kennt, hält man sich durchaus seine Transferpunkte zurück, um eine Truppe aus Wunschrobotern zusammenzubekommen. Das Spiel hat einen hohen Wiederspielbarkeitswert und ist perfekt für ein bisschen Frust wegballern zwischendurch. 50 Level erwarten den Besitzer der Vollversion, die ihre 15€ locker wert ist, und ich kann nur empfehlen, wenigstens einmal die Demo herunterzuladen, um sich selbst ein Bild zu machen. DroidAssault ist für Windows, Mac OS und Linux erhältlich.