Runde um Runde auf die Omme
Spiele mit immensem Suchtfaktor findet man manchmal an Orten, wo man am wenigsten damit rechnet - in diesem Fall hat mich ein langweiliger Montag dazu geführt, mir das Spiel Styrateg herunterzuladen und anzutesten. Ich habe mir quasi umgehend die Vollversion besorgt und komme seitdem seit rund zwei Wochen nicht mehr davon los.
Der Name Styrateg ist eine Verdrehung des Wortes Strategy und das Spiel ist im Grunde eine vergleichsweise simple, rundenbasierte Abfolge von gruppenbasierten Fantasy-Kämpfen. Man startet mit einem eigenen Char, den man aus vier Archetypen auswählen kann (Kämpfer, Mönch, Zauberin, Waldläuferin) und hackt sich durch eine sequentielle Abfolge von Szenarien, die durch eine einigermaßen klassische Fantasy-Story zusammengehalten werden.
Unterwegs schnappt man eine Reihe von Gefährten auf, die weitere Talente in die Gruppe bringen und so die taktischen Möglichkeiten erweitern. Was ein interessanter Dreh an dem Spiel ist, ist die begrenzte Rundenzahl, die man für jedes Level hat. Alle Questen, inkl. der anfallenden Nebenquesten, müssen in einer vorgegebenen Anzahl von Runden gelöst werden, ansonsten heißt es “Game Over”. Jede Aktion kostet einen Charakter Aktionspunkte und jeder Charakter hat unterschiedlich viele Aktionspunkte pro Runde. So will jede Bewegung und jeder Kampf gut geplant sein. Die Dokumentation des Spiels ist quasi nicht-existent, aber man findet schnell herein und praktisch alles ist irgendwie selbsterklärend.
Mit dem letzten Update sind ein Level-Editor und die Option dazugekommen, die Rundenbegrenzung abzuschalten. Letzteres führt zu sehr viel entspannteren Spielen, nimmt aber auch einen Teil des Knobelspaßes aus dem Spiel. Da man die Option aber von Level zu Level ein- oder ausschalten kann, ist das gut geeignet, um aus einem Level herauszukommen, an dem man sonst frustriert scheitert. Was man auf jeden Fall zu dem Spiel sagen muss - es macht irre Spaß.
Nun bin ich sowieso ein Freund rundenbasierter Fantasy-Kämpfe, aber dieses Kleinod fesselt mich jetzt schon eine ganze Woche, trotz seiner simplen (aber dennoch hübschen) Präsentation. Das Spiel ist ein perfektes Feierabend-Spiel - es ist anspruchsvoll genug, das man die kleinen grauen Zellen einsetzen muss, aber simpel genug, dass es einen nach einem Arbeitstag nicht überfordert. Außerdem ist es Fantasy.
Der Soundtrack ist im übrigen auch klasse - ein Grund für die Vollversion, da diese ein paar zusätzliche Songs hat, die in der Demo nicht vorkommen. Für die Musik zeichnen sich die tschechischen Mittelalterbands Psalteria und Krless verantwortlich, die meiner Meinung nach maßgeblich zum Charme des Spiels beitragen. Styrateg für OSX kann u.a. bei macgamestore.com käuflich erworben werden. Das Update gibt es direkt auf der Styrateg-Homepage.
Geneforge spielt in einer sehr originellen Fantasy-Welt, die von den Shapern regiert wird - Magier, die Leben erschaffen und verändern können. Ihre Herrschaft ist absolut und ihr Wissen eisern gehütet, sie sehen sich alleine als weise genug, sich dieser Kräfte zu bedienen und teilen praktisch so gut wie nichts mit der Außenwelt. Logisch, dass es hier Konfliktpotenzial gibt. Neben unzufriedenen Normalsterblichen, rebellischen Schöpfungen und anderen Shapern, die das Konzept der absoluten Herrschaft in Frage stellen, dreht sich die Handlung des Settings um die Frage nach der ethischen Bedeutung von künstlichen Leben und stellt, natürlich, auch eine Analogie zur Genforschung her. Gut, Böse, Richtig und Falsch sind immer wiederkehrende Themen in dem Spiel und alleine Entscheidungssache des Spielers.