Bah, nix zu erzählen. Da es aber mal wieder Zeit für ‘nen Eintrag wird, hier das Video zu “Kittin is High” von Miss Kittins ausgezeichnetem Album “BatBox”.
Miss Kittin ist, wie viele saubere elektronische Musik, echte Geschmackssache, aber ich mag ihren Stil. Tatsächlich ist das eines der Alben, die ich wieder und wieder auflegen kann, ohne dass ich es über habe. Ich mochte ihre älteren Releases auch schon, aber dieses hier hat eine Klarheit und Frische, die ich stets auf neue inspirierend finde.
This is the world of The Knife: precise, particular, dark, occult, funny-peculiar, funny-ha-ha.
Besser als mit diesen Worten aus der offiziellen Biografie lässt sich meine neue Lieblingsband kaum beschreiben. The Knife spielen ohrwurmige Electronica die sich hartnäckig gegen eine präzise Klassifizierung sträubt. Ein bisschen klingt die Musik wie ein Zusammenspiel von Björk, Ladytron, Dat Politics und Chicks On Speed, nur um dann, wenn man glaubt, sich ein Bild gemacht zu haben, doch wieder ganz anders zu sein.
Die Songs sind ein Geflecht abwechselnder Schwermut und Melancholie, durchsetzt mit geradezu farbenfrohen Fäden, die durch die bizarren Texte von Karin Dreijer Andersson zusammengehalten werden. Das Schweden-Duo schafft es, eine düstere, schwermütige Grundstimmung zu halten, ohne dabei wirklich eine von diesen Qualitäten vorweisen zu können. Die Songs laden zum mitsummen und mitbewegen ein. Kalt und gleichzeitig heiß, Traurig und gleichzeitig lustig - The Knife sind ein Schmelztiegel aus harmonisierenden Widersprüchen.
Yes, you are the crusader / You are the lady / I want to chase your tongue
You are Darth Vader / I know what you’re made of / You are like a lung
Als ich die Lyrics von The Knife anfangs als bizarr bezeichnet habe, beginnt das noch nicht einmal die Hälfte der Wahrheit aufzurollen. In puncto bizarre Wortschöpfungen stehen die Beiden den Industrial-Großmeistern KMFDM in nichts nach, nur dass sie sich tatsächlich nie wiederholen. Ihre Lyrics mögen auf eine schmunzelhafte Weise verrückt sein, selbst wenn es um ziemlich ernste Themen geht, aber jeder Song schafft es, sich frisch und neu zu präsentieren. Der einzige running gag ist die konstante, wundersame Poesie, die jedes Stück in Melodie und Text erfüllt. Derartige Emotionalität findet man in elektronischer Musik tatsächlich nur selten.
Ich kann im Fazit nur raten, sich die Musik anzuhören und eine eigene Meinung zu bilden. The Knife sind für mich meine persönliche Entdeckung des Jahres. iTunes Music Store-Link.
Dies ist das Blog des Texters und Online-Redakteurs Florian Evers. Es ist ein Sammelsurium geistiger Auswürfe zu Veröffentlichungen und Ereignissen aus den Bereichen Gaming, Medien und allgemeinem Irrsinn.