Egal was für Inhalte Vodafone auf ihrer Seite “embedded” haben und welche User auch immer dort mit dem Konzern “in Interaktion treten”, um zu “platzieren und zu posten”, die Pressevorführung, die “live” gestern ins Internet “gestreamt” wurde, war der erstaunlichste Schwall an heißer Luft und Buzzwords, den ich seit meiner Agenturzeit gehört habe.
Vodafone bietet uns, so erfahren wir, mit einer Microsite, die Teil des neuen Brandings ist (aua), “die Drehscheibe in das World Wide Web” mit der die social media plattforms angesteuert werden können – in einem bilateralen Verhältnis, natürlich, – wo die display ads und banner links hinverlinken können. Hier kann der User sich mit dem Unternehmen Vodafone auseinandersetzen und interaktiv werden. Also, nicht so stumpf und autistisch wie sonst in der Gegend herumstehen. Danke, Vodafone.
Wer das übersteht, ohne langsam einen Tumor zu entwickeln, kann sich dann von dem Repräsentanten der verantwortlichen Werbeagentur, Scholz & Friends, erklären lassen, dass Vodafone für “lean forward” steht. Also vornüberbeugen? Im Sinne von: “Bück Dich Kunde, hier kommt der Tarif?” Ich weiß nicht, ob der Werbemann mit der Sparfrisur es weiß, aber das ist, “in a nutshell”, die Entwicklung. Dass anschließend das mobile Internet mit dem Buchdruck und der Verbreitung des Christentums verglichen wird, ist zwar etwas haarsträubend, aber aus werbestrategischer Sicht noch nachvollziehbar. Auch wenn ich den Vergleich recht unglücklich finde, wenn man die Umstände der Bekehrungsmethoden bedenkt. Aber immerhin werden die Menschen dadurch “empowered”.
Wer mutig ist, kann sich das Video dazu sowie einen ganz exzellenten, begleitenden, Blog-Eintrag dazu auf dem Handelsblatt-Blog ansehen. Ich, jedenfalls, bin jetzt bereit den Mobilfunk-Anbieter zu wechseln, denn das Rot von Vodafone kann ich nicht mehr wirklich sehen. Obwohl – Vodafone hat ja im Zuge seiner Selbst-Neuentdeckung auch die Unternehmensfarbe geändert: Von Rot in… nun… äh… Rot. Das hat ein bisschen was von “des Kaisers neue Kleider”. Vielleicht gibt es aber auch eine markante Unterscheidung der Farbnuance, die dem ungeübten Auge einfach entgeht.
Um es mit den Worten der “Generation Upload” zu sagen: FAIL n00b!