26. Juni 2009

Transformers: Revenge of the Fallen

Megan Fox in "Transformers: Revenge of the Fallen"Hier sitze ich also, frisch zurück aus dem Kino und sehe mich in der undenkbaren Position, Kritik an einem *Transformers*-Film zu äußern. Der Fan in mir windet sich jedoch nicht, weil ich mit einer zwangsläufigen Neuinterpretation von Charakteren aus den 80ern unglücklich bin, sondern weil ich tatsächlich mit dem Film nicht so glücklich bin, wie ich es gerne wäre. Aber eines nach dem anderen. Der 2. Transformers-Film ist kein völliges Desaster. Er hat glorreiche Actionszenen, grandiose Roboterkämpfe und bringt eine Reihe von Charakteren auf die Leinwand, die das Herz des Fans höher schlagen lassen… würden.

Würden, wenn sie tatsächlich eine *Rolle* gespielt hätten. Was am ersten Film grandios war, war seine Simplizität. Wir hatten eine kleine Handvoll von Autobots, die wir alleine durch die kurzen Dialoge mit ihnen gut als Individuen kennenlernen konnten. Dieses Mal haben wir eine Handvoll großer Ikonen des Transformers-Mythos wie Arcee, Sideswipe, Soundwave oder Ravage mit an Bord und lernen trotzdem keinen von ihnen kennen. Warum nicht?

Weil sie bestenfalls 10 Minuten insgesamt zu sehen sind. Die restliche Zeit versuchen wir den Überblick über die zahlreichen Decepticons und menschlichen Charaktere zu behalten. Vergeblich. Als wäre die Flut an Charakteren nicht schon schlimm genug, kriegen zwei neue Charaktere jede Menge Leinwandzeit, die nur deshalb im Film sind, weil General Motors ihre neuen Konzeptwagen gerne auf der Leinwand sehen wollten. Das wäre ja noch OK, aber die zwei Kollegen sind wie die Autobot-Version von Jar Jar Binks und lösen in etwa dieselben warmen Gefühle im Betrachter aus. Na gut, OK, so schlimm wie Jar Jar Binks sind sie nicht. Nichts ist das. Aber schlimm genug, dass der Vergleich trotzdem Sinn ergibt. Ärgerlicherweise ist Skids in der Cartoon-Vorlage der Name eines Autobots, der absolut gar nichts mit seinem Realfilm-Namensvetter gemein hat.
Seit den ersten Leaks über den 2. Film wird die gesamte Fan-Community heiß auf den Realfilm-Auftritt von Arcee gemacht – nur um sie dann ein paar Sekunden durchs Bild huschen zu sehen und im Finale einen Satz von sich zu geben, um dann angeschossen und für den Rest des Films vergessen zu werden. Das ist das eigentliche Kernproblem mit dem Film: Es passiert zu viel an zu vielen verschiedenen Stellen. Kein Film erträgt z.B. mehr als einen Comic Relief Guy und dieser hat etliche. Neben all dem Roboterdrama habe ich mich mit dem menschlichen Drama etwas überfordert gefühlt und, offen gestanden, ich bin für die Bots ins Kino gegangen, nicht für Sam Witwickys Eltern, seine Hunde oder seinen irrsinnigen Professor – wobei die Szene eigentlich ganz witzig war. Im Grunde waren die Szenen alle ganz witzig – aber sie produzierten wieder und wieder einen Aufbau für etwas, was dann nicht kam, weil wieder ein neuer dramaturgischer Aufbau erzeugt wurde.

Ich will mich auch nicht über einen Mangel an Transformer-Szenen beschweren – die Roboterszenen waren, wie gesagt, großartig und ich kann damit leben, das in einem Kinofilm auch menschliche Charaktere vorkommen müssen. Es war nur zuviel. Zu viele Transformers, zu viele menschliche Nebencharaktere und eine zu epische Haupthandlung für die ganzen Gags am Rande, die unbedingt noch hinein mussten, als ob der Film ohne sie weniger Sinn ergeben hätte.
Einerseits ist es, aus Fanboy-Sicht, toll so viele bekannte Charaktere auf der Leinwand zu sehen. Andererseits wäre es für den Film besser gewesen, wenn sie die Anzahl der Charaktere kürzer gehalten hätten und ihnen mehr Raum zur Persönlichkeitsentwicklung gegeben hätten. Das klingt komisch im Bezug auf einen Actionfilm, aber einer der Punkte bei Transformers waren immer die einzigartigen Persönlichkeiten der Figuren. Außerdem hat es im ersten Film funktioniert, wenngleich wir da nichts über die Decepticons erfahren haben, was in diesem Film deutlich besser war. Drei neue Autobots, drei neue Decepticons (Arcee, Sideswipe, Jetfire sowie Soundwave, Ravage und meinetwegen “Alice”) hätten jedoch IMHO völlig gereicht. Neben den ganzen neuen Decepticons kommen noch unzählige Zusatz-Gadgets zum Einsatz, was total überflüssig war. Leute, Transformers sind Gadgets. Es ist einfach too much, wenn Ravage Legionen von Spionagesonden herumkarrt oder irgendwelche Biosonden zum Einsatz kommen, wenn weder das eine noch das andere einen handlungstechnischen Impact hat oder nicht auch von einem der Bots selbst hätte erledigt werden können.

Fazit: Der erste Teil war ungezwungener, simpler. Eigenschaften, die einem Actionfilm gut zu Gesicht stehen. Im zweiten Film ist es offensichtlich, das Bay den Vorgänger unbedingt “toppen” wollte (was offenbar mehr von allem bedeutet). Es ist kein schlechter Film. Als Transformers-Fan sollte man sich das sowieso nicht entgehen lassen, aber er ist bei weitem nicht so gut wie der erste. Einige Szenen im Film wirken wie Kandidaten für den “Deleted Scenes”-Bereich auf der DVD und man fragt sich, warum sie überhaupt im Film waren und was sie zur Handlung beitrugen, das sie unbedingt in die verdammt lange Endfassung hinein mussten. Wenn ich “Transformers: Revenge of the Fallen” eine Note geben würde, wäre es eine 3+. Sehr gutes Ausgangsmaterial, viele nennenswerte Höhepunkte, aber die einzelnen Teile halten nicht allzu gut zusammen und daher eben nur “befriedigend”. Ich schätze aber, dass ich ihn mir trotzdem auf DVD holen werde.

22. Mai 2009

Actionheld… Holmes?

Robert Downey Jr. als Sherlock HolmesIch muss zugeben, ich bin verwirrt. Die Idee eines Sherlock-Holmes-Actionfilms finde ich im gleichen Maße befremdlich, wie ich einen Problemfilm mit Superman seltsam finden würde. Nicht, dass ich es mir gar nicht vorstellen könnte – es wäre nur seltsam. ;) Den neuen Aufguss des beliebten britischen Koksfreundes produziert im übrigen kein geringerer als der Ex von Madonna, Guy Ritchie, dem wir immerhin Snatch zu verdanken haben. Der Teaser sieht, nun, amüsant aus. Er löst allerdings in mir in etwa dieselben Gefühle aus, die ich beim gucken des Trailers von “James Bond: Casino Royale” empfand: Coole Action, aber das ist nicht der Charakter, den ich vom Titel her erwartet hätte. Ähnlich verhält es sich hier.

Bezeichnend ist auch die Meldung, dass Warner Brothers einige Szenen des Films kürzlich last minute nachdrehen ließen, da sie ihnen “lächerlich unrealistisch” erschienen. Uiuiui. Heißt das, Warner werten “Scooby-Doo” als realistischer? In dem Fall “Gute Nacht”, Mr. Holmes. Mit Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes und Jude Law als Dr. Watson werden wir allerdings zumindest einen komplett neuen Blick auf die altehrwürdige Detektiv-Ikone werfen können. Ich kann, anhand dessen, was man bisher über den Film lesen kann, nicht wirklich beurteilen, ob sich ein Kinobesuch dafür lohnt. Ich mutmaße aber, dass er schon alleine deswegen gut gehen wird, damit die eine Hälfte ihre Neugier befriedigen und die andere Hälfte eine Grundlage zum meckern haben kann.

Meine bisher liebste Sherlock-Interpretation ist immer noch “Sherlock Holmes’ Cleverer Bruder” mit Gene Wilder, der aus glorreichem Slapstick und einem schrecklich ohrwurmigen Song bestand, aber für mich untrennbar mit dem Holmes-Mythos verbunden ist. ^^ Mal sehen, was ich Ende Januar 2010 nach Guy Ritchies Detektivspektakel über den guten Holmes denke.

05. März 2009

Green Lantern Movie

Green LanternFans der animierten Justice League, spitzt die Ohren: Wie eine News Headline von Animation World Network verlautbaren ließ, kommt der strahlende Held als DVD-Release-Animationsfilm zurück. “Green Lantern: First Flight” greift die Ursprungsgeschichte des Superhelden mit dem ersten Ringträger Hal Jordan auf.

Der Film wird von Bruce Timm produziert, der sich für den markanten Stil des DC “animated universe” verantwortlich zeichnet. Regie führt Lauren Montgomery (Wonder Woman, Superman Doomsday) und das Drehbuch kommt von Alan Burnett (The Batman). Das geplante Release-Datum ist der 28. Juli.

Nachdem das geklärt wurde, gab es in dem Artikel aber außerdem noch eine Andeutung, das Warner Bros. einen Kinofilm um den kosmischen Wächter in der Vorproduktion haben. Nun, *darauf* wäre ich noch sehr viel gespannter. Zeit wird es ja langsam, dass die DC-Helden mehr Kinopräsenz zeigen.

22. Oktober 2008

Nein. Doch. Ohh!

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Ein Klassiker. :D Ich erinnere mich grad überhaupt nicht, aus welchem Film das war, aber ich hab eigentlich jeden Film mit Louis de Funès genossen. Ich frage mich, ob der im Original genauso lustig ist – immerhin sind seine Mimik und Gestik nur die halbe Miete, die Sprache trägt einiges zur Komik der Szenen bei. Wie dem auch sei, ich kann mir diesen Ausschnitt wieder und wieder angucken. ^^

06. Dezember 2007

Der Goldene Kompass - Abenteuer im Zeitraffer

War gestern im Goldenen Kompass und muss sagen, dass ich nicht viel zu dem Film sagen kann - weniger weil ich mir uneins bin, sondern mehr, weil der Film einfach viel zu schnell ging. Er war verhältnismäßig kurz - ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber mehr als 85 Minuten können es nicht gewesen sein.

Für diese Kürze sind allerdings eine Menge Dinge passiert. Da liegt auch das Problem des Films: Es sind zu viele Dinge in zu kurzer Zeit passiert. Der Film beginnt - Wir haben gerade begriffen was es mit den Daemons auf sich hat und wer die Hauptfigur ist. Zack! Dramatische Eröffnung - die Hauptfigur ist Teil einer großen Prophezeiung. Bevor wir das allerdings richtig verdauen können, prasselt eine Flut an (durchaus beeindruckenden) fantastischen Bildern, neuen Eindrücken und neuen Charakteren auf uns ein. Zack! Neuer dramatischer Plotpoint: Vermeintliche Verbündete entpuppen sich als Feinde und ehe man sich versieht, lernt die Hauptfigur einen König kennen und bringt - Zack! - einen Exilanten dazu, dem Alkohol abzuschwören und seinen rechtmäßigen Titel einzufordern. Nicht schlecht für die kurze Zeit. Aber es kommt noch mehr, viel, viel mehr - die “besonderen” Ereignisse überschlagen sich, als ob ein gewaltiger Zeitdruck herrschen würde und man möglichst viel Information in die kurze Laufzeit hineinquetschen wollte.
Durch dieses hastige Tempo verlieren die “besonderen” Momente der Hauptfigur rasch an Glanz und Bedeutung, da sie in den nächsten paar Minuten sofort von etwas noch dramatischerem überholt werden. Ab der Hälfte des Films nimmt man die ganzen dramatischen Eröffnungen nur noch gelassen zur Kenntnis, da sie bereits zur Norm werden. Davon ab hat man bei dem Tempo kaum Gelegenheit, so etwas wie eine richtige emotionale Bindung zu den zahlreichen Figuren aufzubauen.

Das Material der Geschichte, die ich eigentlich für ziemlich originell halte, hätte bequem zwei Filme von dieser Länge füllen können - und sollen. Casting, Set und allgemeine Ausführung wirkten vorbildlich und wären gar kein Grund zur Kritik. Eine großartige Fantasy-Geschichte mit spannenden Charakteren in einer kreativen Welt. Allerdings war der Film wie eine epische Fantasy-Saga, die man aus Gründen der Ungeduld mit gedrückter Vorspultaste geschaut hat. Es wurde praktisch keinen Moment in einer Szene verweilt, um die Tragweite der Geschehnisse erfassen zu können. Von einem Höhepunkt zum nächsten - und nicht auf die ekstatische Weise, sondern auf die gehetzte. Epos zwischen Tür und Angel.

Als Krönung offenbarte sich der Film am Ende auch noch als erster Teil einer offensichtlich mehrteiligen Erzählung. Ich habe allerdings ernste Zweifel, ob ich noch so ein Dauerfeuer aus dramatischen Enthüllungen überstehe und sehe dem, vermutlich folgenden, zweiten Teil nur bedingt vorfreudig entgegen. Schade, mit etwas mehr erzählerischer Gelassenheit hätte das ein exzellenter Film werden können - so leider nur Mittelmaß. In der Kategorie “Speed-Epos” gewinnt der Goldene Kompass allerdings vermutlich den ersten Preis.

Oh, und der Soundtrack ist leider auch nur Mittelmaß - für den total nervigen Titelsong von Kate Bush gehört die Gute endgültig in den Ruhestand geschickt und eingeliefert. Der war an Dämlichkeit kaum zu überbieten.