07. Juni 2010

Into the White

Into the WhiteDer Nordcon 2010 war in jeder Hinsicht ein großartiges WE – was zum Teil auch der Verdienst der neuen Erdenstern-Scheibe ist. “Into the White” schließt die siebenteilige “Bibliothek der fantastischen Musik” ab und nimmt sich der kalten Regionen fantastischer Welten an. Ein Thema, auf das ich schon sehr lange ungeduldig gewartet habe. Erdenstern machen Musik für Rollenspiele – im Gegensatz zu einem Filmsoundtrack, der der vorgegebenen Dramaturgie einer festen Szene folgt, muss die Hintergrundmusik einer Rollenspielszene gleichzeitig dramaturgisch zu den Ereignissen passen wie auch ambivalent genug sein, um in einer Schleife gespielt werden zu können und zu einer Szene passen, die nicht einem vorgegebenen Skript folgt.

Während die vorangegangene “Into the Grey” die passende Kulisse für urbane Neondschungel und epochale Weltraumabenteuer gegeben hat, ist “Into the White” wieder ziemlich eindeutig am Fantasy-Genre orientiert. Die Stücke entführen einen in weiße Ebenen, Paläste aus klirrendem Eis und kleine Dörfer in entlegenen Bergregionen, von denen aus die Helden des Abenteuers zu Gletschern und trügerischen Bergpässen aufbrechen. Atmosphärisch pendeln die Stücke zwischen asiatischen Einschlägen und pathosgeladenen Nordmannen-Hymnen. So sollte für Eastern- wie auch Western-Fantasy etwas dabei sein.

Man merkt, das Erdenstern aus den vergangenen Alben gelernt haben und dieses Album ist ein kleines Meisterwerk, das von der bisherigen Erfahrung gut profitiert. Die Stücke sind allesamt sehr emotional und invokativ, ohne dabei der eigenen Fantasie die Show zu stehlen. Musik zur dramaturgischen Untermalung einer Szene ist im Rollenspiel ohnehin eine großartige Idee und mit Erdenstern kriegt man jetzt eine vollständige Sammlung an Musik für beinahe alle Bereiche. Es ist wirklich schwer, gute Musik für nördliche Rollenspielsettings oder Abenteuer im Packeis zu finden. Irgendwann kann niemand mehr den Soundtrack zum 13. Krieger oder “Wrath of the Lich King” hören. “Into the White” ist eine ausgezeichnete Sammlung an “kalten” Rollenspieltracks, die eigenständig genug sind, um interessant zu bleiben, aber auch nach mehrmaliger Drehung in einer Schleife noch eine bestimmte Atmosphäre tragen können.

Natürlich lässt sich das Album, wie alle anderen Scheiben der Reihe, auch wunderbar ohne eine Rollenspielrunde genießen. Ich selbst höre sie gerne beim schreiben oder der Planung für neue Abenteuer. :)

Der Kauf ist jedenfalls allen Freunden fantastischer Musik sehr zu empfehlen und für jene, die ebenfalls Abenteuer in kalten Regionen bevorzugen, ist es quasi ein Pflichtkauf. Auf der Erdenstern-Website kann man die CD sowohl kaufen, als auch in das Album hineinhören. Ich kann jedenfalls mit Fug und Recht behaupten, dass sich die Warterei letztendlich mehr als gelohnt hat.

12. November 2009

A Drug Against War

Heute mal keinen Text zum lesen, sondern ein Video zum hören:

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KMFDM sind seit je her eine meiner liebsten Industrial-Rockbands und das Artwork von Adrian Hughes ist mindestens genauso Teil des Phänomen wie die zahlreichen catchphrases, die KMFDM immer und immer wieder in ihre Songs untermischen. Schade, dass es nicht mehr Videos von ihnen gibt.

Better than the best, and harder than the rest! :)

13. Juni 2009

Symphonisch schöne Schaurigkeit

Mit 13 Briefe haben Erdenstern vor einigen Wochen ein Projekt gestartet, dass eine recht unheimliche, etwas verstörende, Geschichte durch eine Reihe von Briefen erzählt, an die man als ahnungsloser Außenstehender zufällig gelangt. Die erzählte Story stammt aus der Feder von Holger Göttmann und Jens-Christian Seele, die beide für die “Call of Cthulhu”-Rollenspielreihe geschrieben haben. Das ergibt Sinn. Ebenso ergibt es Sinn, Erdenstern für den Soundtrack an Bord zu holen und die gruselige Lesestunde wird von den Rollenspiel-Symphonikern entsprechend eindrucksvoll vertont.

Das ist zwar keine wirklich neue Meldung mehr, aber ich bin erschüttert, wie wenig Leute von dem Projekt wissen, und sehe es als meine Pflicht, Euch mal alle darauf hinzuweisen. ;)
www.13briefe.de

14. Oktober 2008

Kittin is High

Bah, nix zu erzählen. Da es aber mal wieder Zeit für ‘nen Eintrag wird, hier das Video zu “Kittin is High” von Miss Kittins ausgezeichnetem Album “BatBox”.

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Miss Kittin ist, wie viele saubere elektronische Musik, echte Geschmackssache, aber ich mag ihren Stil. Tatsächlich ist das eines der Alben, die ich wieder und wieder auflegen kann, ohne dass ich es über habe. Ich mochte ihre älteren Releases auch schon, aber dieses hier hat eine Klarheit und Frische, die ich stets auf neue inspirierend finde.

19. August 2008

Repo! The Genetic Opera

Repo! BannerIch glaube, ich habe auf dem Fantasy Filmfest das zweite Rocky Horror gesehen. Aber eines nach dem anderen. Wir befinden uns in einer nicht allzu fernen Zukunft – Massives Organsterben hat die Weltbevölkerung gut dezimiert und die einzige Rettung kommt durch die Organimplantat-Programme der Firma GeneCo. Die käufliche Lebensverlängerung hat jedoch ihren Preis, und wer den nicht mehr zahlen kann, kommt auf die Jagdliste des Repoman, der die verschuldeten Organe einfach kurzerhand wieder zurückholt. Die Genetic Opera spielt in einer Welt, in der Chirurgie ein Fashion Statement ist und das Fleisch nur noch eine Ware. Und alles wird gesungen.

Repo! Paris Hilton PosterRichtig – der Film ist ein Musical, ein Schlachtfest mit einem astreinen Industrial-Gothrock-Soundtrack, durch den der gesamte Film präsentiert wird. Es geht um Leidenschaft, Perversion und eine unschuldige Seele, die in das gesamte Netz aus Lüge und Verdorbenheit hineingezogen wird. Das ganze findet vor einer visuell beeindruckenden Cyberpunk-/Gothromantik-Kulisse statt und so drängt sich mir der Vergleich zur Rocky Horror Picture Show geradezu auf.
Und die Besetzung ist einmalig – mit Ogre von Skinny Puppy als selbstverliebten Psychopathen, der sich Frauengesichter aufoperieren lässt. Hinter den Kulissen sind Bauhaus und andere Goth-Größen an der Mucke beteiligt und insgesamt lässt der Film für schwarze Seelen keine Wünsche offen. Und wenn man sonst keinen Grund hat, den Film zu sehen, sollte man ihn wenigstens wegen der Szene gucken, in der Paris Hilton das Gesicht abfällt. ;) Diese hat nebenbei eine überraschend gute Figur in dem Film abgegeben – wenig verwunderlich, da sie sich nur selbst darstellen musste, aber gut gepasst hat es trotzdem.

Tja, *das* hätte das Centerpiece des diesjährigen Filmfestivals sein sollen, da der Film auf eine große Leinwand gehört. “Let the Right One In”, dem letztendlich diese Ehre zuteil wurde, war vielleicht der inhaltlich anspruchsvollere Film, aber das hier war purer, geballter Rock ‘n’ Roll. Noch nie ging munteres Organschnibbeln und eimerweise Blut vergießen so gut ins Ohr. DVD-Release ist erst Ende diesen Jahres, aber ich kann nur raten, diesen Film abzugreifen, sobald es geht.

Offizielle Website (mit Film- und Musikclips) hier: http://www.repo-opera.com
Secret Download – eine kleine Handvoll Songs aus dem Musical – hier: http://www.repo-opera.com/secretdownload/
Das Passwort ist “geneco”.

Das ist für mich der Film des Jahres und ich kann nur allen Fans schriller und bizarrer Filme sowie allen Mit-Nachtschwärmern empfehlen, ihn irgendwie irgendwo so bald wie möglich zu gucken.

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