Nun hat mich die neue Erweiterung von World of Warcraft doch noch erreicht. Ein bisschen spät, wie üblich, aber besser spät als nie, sagt man ja. Pflichtschuldigst habe ich mir also einen Todesritter gemacht und mir einen ersten Eindruck verschafft. Noch bevor ich das neue “Wrath of the Lich King” auch nur auf dem Rechner hatte und genügsam mit meiner Paladine durch die Scherbenwelt der Burning-Crusade-Erweiterung gedümpelt bin, war ich natürlich schon der üblichen Masse an Quengeleien ausgesetzt, was denn mit dem neuen Zusatz diesmal alles so furchtbar verplant wurde und “Das Ende”™ von WoW sein soll. Zu einfache Bosse, übertrieben mächtige Spielerklasse, etc. pp. Das übliche halt.
Zu den Bossen kann ich nach der kurzen Spielzeit natürlich noch nichts sagen, aber ich glaube, ich sehe nicht ohne Grund überall Todesritter auf dem Server. Das Intro der ersten “Heldenklasse” rockt und ich habe mich eigentlich noch nie so involviert in die Handlung gefühlt, beim WoW spielen. Der erste Eindruck ist also gut. Man beginnt als Diener des bösen Lichkönigs und zieht mit eiserner Verbitterung gegen die Kräfte des Lichts zu Felde, bis der Moment kommt, die Seiten zu wechseln und sich gegen den eigenen dunklen Meister zu stellen. Natürlich – irgendwie müssen die Todesritter ja langfristig mit den anderen Spielern zusammenarbeiten können. Persönlich hätte ich aber nichts dagegen gehabt, auf Dauer auf der dunklen Seite zu spielen. ^^ Der Wechsel zum Licht war fast ein kleiner Stich. Der Einritt in die Hauptstadt der Horde, der mit Buhrufen und faulem Obst werfen seitens der NPCs begleitet wurde, war allerdings atmosphärisch ein schönes Element. Eine Erinnerung daran, dass der Charakter ein Abtrünniger ist, der keine Freundschaft auf beiden Seiten zu erwarten hat.
Gameplay-seitig habe ich nicht den Eindruck, dass der Todesritter mächtiger ist, als die anderen Klassen. Man fängt halt auf einer höheren Stufe an, aber der Todi ist eher komplett anders als stärker. Es ist wohl eine Frage des persönlichen Spielstils und Geschmacks. Die Runenmacht, auf der die Fähigkeiten des Todis basieren, erinnert ein bisschen an die “Wut” des Kriegers, aber er erinnert von der Handhabung mehr an einen Paladin, als an den Krieger. Ein Sprüche klopfender Kämpfer, dem nicht der Saft für Zauberei ausgeht, solange er die Runenklinge nur hart genug durch die Reihen seiner Gegner ziehen kann. Laut Blizzard soll er sowohl als Tank als auch als Damage Dealer fungieren können – das wird sich zeigen, wie gut das insgesamt funktioniert. Mein Eindruck ist, dass er wahrscheinlich auch kein schlechterer Tank als ein entsprechend geskillter Druide ist. Ein endgültiges Urteil darüber überlasse ich jemanden, der diese Klasse bis Level 80 durchgespielt hat.
Über den neuen Kontinent Nordend kann ich leider auch noch nicht allzu viel sagen, da mein Level dafür noch nicht reicht, aber der erste Eindruck war vielversprechend und da es sich um ein Blizzard-Produkt handelt, bin ich zuversichtlich, dass es mich potenziell etliche Stunden an den Bildschirm fesseln könnte.
Wenngleich meine Spielgewohnheiten von Hardcore-WoW-Zockern als desaströs eingestuft werden würden – wenn ich es richtig bunt treibe, komme ich auf 9 Stunden die Woche. Und dann ist wieder einen oder zwei Monate Funkstille. Die “Sucht” WoW kommt nicht bei mir an, auch nicht mit der Erweiterung. Aber es ist eine coole Erweiterung für ein äußerst amüsantes Spiel.
Ich schreibe mal mehr dazu, wenn ich mehr von Nordend gesehen habe (oder stelle ein paar Screenshots in meine Facebook-Galerie).